Oliver Kreim
Gesprächs- & Focusingtherapeut (igf)
Certified Focusing Professional
Focusing Koordinator
Heilpraktiker
Praxis für FocusingPsychotherapie / Achtsamkeits- und Mitgefühlspraxis
traumasensibel
In Kursen und Veranstaltungen stelle ich diese Frage ab und zu in den Raum. Vielleicht kommt dann als Antwort etwas wie, Stressreduktion, Aufmerksamkeitskontrolle, Klarheit des Geistes sowie mehr Gesundheit und spirituelles Wachstum?
Warum nimmst Du eine solche Praxis auf Dich oder spielst vielleicht mit dem Gedanken das zu tun?
Vielleicht willst Du dieser Frage, bevor Du hier weiterliest wirklich ein wenig Raum und Zeit widmen?
Die Antwort, diese Auseinandersetzung, welche zu einer Kontemplation werden könnte, ist wohl das einzige,
was Dich wirklich voranbringen wird, wenn Du ernsthaft meditieren willst. Und hierbei kann Dir vielleicht das Focusing recht hilfreich sein, um zu stimmigen, hilfreichen Antworten zu gelangen.
Nun, Gründe, die ich anführen könnte, wie und warum ich mir eine solche Praxis erarbeitetet habe - warum ich sitze, wie ich es auch gerne nenne - sind recht vielgestaltig. Ich möchte hier im Folgenden auch nur ein paar Hinweise geben, welche mir, gerade wenn so etwas wie eine Verbindung zwischen Psychologischem und Spirituellem hilfreich, ja sogar notwendig sein könnte, wichtig erscheinen.
Auch wie Focusing dabei hilfreich sein kann, soll ganz kurz ein wenig angedeutet werden.
Meditation
Wenn ich sitze, sitze ich - absichtslos und freundlich bemerkend was ist - jetzt in diesem Moment. Achtsamkeit, Ruhe, Einsicht, Aufmerksamkeit sind Vokabeln, die Menschen, welche auch sitzen wohl in den Sinn kommen könnten, wenn diese gefragt werden was Meditation für sie ist. Natürlich können Menschen eine ganz unterschiedliche Motivation haben warum Sie meditieren. Ich führte ja am Anfang dieses Textes schon ein paar Möglichkeiten an, hier noch weitere. Menschen, die praktizieren wollen:
Es kann also recht viele Punkte geben warum Meditieren Sinn machen kann.
Warum könnte Meditation genau für Dich Sinn machen?
Es gibt auch einige Gründe warum wir nicht meditieren, es schwer fällt, man nach anfänglicher Begeisterung bald wieder aufhört.
Alles dies sollten wir ernst nehmen und uns gewahr werden, uns dafür interessieren warum dies so ist. Bei diesem Sich-dafür-interessieren, aber auch bei der Mediation als solcher spielt Achtsamkeit eine große Rolle.
Ein feinfühliges Beobachten in der Meditation und auch im Alltag, was für fast jeden bedeutet, mit alten Gewohnheiten zu brechen, nichts mehr so zu akzeptieren, wie wir es bisher getan haben, alles immer wieder neu und frisch zu erforschen.
Es gibt natürlich eine ganze Menge unterschiedlicher Meditationstechniken, wie zum Beispiel:
auch ganz unterschiedliche Lehrer, Übertragungslinien oder bestimmten Meditation lehrenden Organisationen. Dies zeigt, es gibt nicht die
eine Methode, den einen Weg, weshalb es nach dem Ergründen der eigenen Motivation, vielleicht auch erst einmal daran geht, herauszufinden, was für einen da stimmig erscheint.
Liebevolles Gewahrsein - ein inniges mit uns sein
Es geht, zumindest aus meiner Sicht, beim Meditieren um ein in Kontakt kommen mit dem Heilsamen und auch um ein freundliches Bemerken was an Nicht-Heilsamen in uns ist. Ein liebevolles Gewahrsein entwickeln, überhaupt vielleicht erst einmal bemerken, dass es so etwas in uns allen gibt.
Nun, wenn es um Heilsames geht, wird hier vielleicht schon ein wenig klarer, warum Spiritualität und (Psycho-) Therapie sich oftmals brauchen, es da Verbindungen und Überschneidungen gibt, da es in beiden letztendlich, um eine Ausrichtung zum Heilsamen geht.
Wenn wir sitzen, kommen eben oftmals auch unsere eher unangenehmen, eher ungeliebten Seiten ans Licht. Wenn wir es schaffen, uns diesen eher nicht so geschätzten Teilen in uns mit Achtsamkeit, Respekt, Offenheit und Interesse zuzuwenden, offenbaren sie uns ihre Geschichte, wie sie entstanden sind, wie sie zu einem bestimmten Zeitpunkt in unserem Leben wirklich sinnvoll wahren.
Es macht also irgendwann Sinn, doch jetzt hängen die Teile oder Seiten von uns irgendwie in einer anderen Zeit fest und agieren noch immer wie damals, weil sie schreckliche Angst haben, dass sonst etwas Furchtbares passieren würde, wie es der systemischer Familientherapeut, Universitätsdozent und Autor Richard C. Schwartz sinngemäß ausdrückt. Er meint weiter:
"Wenn wir unseren Teilen zuhören, sie annehmen und lieben, können sie heilen und sich verwandeln, so wie das auch Menschen tun können."
Mit buddhistischen Begriffen ausgedrückt, hilft uns so eine eher "psychotherapeutische Arbeit" dabei, zum Bodhisattva unserer Psyche zu werden, indem wir jedes fühlende innere Wesen (jeden Teil - jede Seite von uns) dabei unterstützen, durch Mitgefühl und Liebe zu erwachen, also ganz im Hier und Heute anzukommen.
Es braucht also liebende Güte oder eben liebevolles Gewahrsein, um diesen auftauchenden Teilen, die uns auch in Meditation bewusst werden können, mit Mitgefühl auf eine heilsame Weise zu begegnen. Meditation bedeutet also nicht uns nur in angenehme, beruhigende, wohlige Zustände zu begeben, sondern unser Job auf dem Kissen ist es, allem in uns (und dann klappt es irgendwann auch besser mit allem im Außen) mit liebevollem Gewahrsein zu begegnen.
Nur das was da sein darf, das, was bemerkt wird kann sich wandeln, ist immer wieder meine Erfahrung in den vielen Jahren, in denen ich Menschen begleite!
Es gibt also keinen Grund, Selbstkritik zu üben, denn sich selbst kritisieren, heißt auch andere kritisieren, wie Ayya Khema, eine anerkannte Dharmalehrerin in einem ihrer Bücher über Meditation schreibt. Weiter meint sie: "Wenn man etwas in sich erkennt, das nicht heilsam ist, kann man dafür dankbar sein, dass man es erkannt und eine Möglichkeit gefunden hat, an sich zu arbeiten. Tadelt man sich indessen für die eigene Negativitäten, wird man nur frustriert und deprimiert, und dann ist keine Energie übrig, sich zu ändern.
"Erkennen, nicht tadeln – und wenn irgend möglich ändern, heißt die Formel."
Diesem "An-sich- arbeiten", geht ein Innehalten voraus, dann ein Sich-besinnen was jetzt als hilfreich, als heilsam erachtet wird. Das kann ganz viel sein, Rituale, Kontemplation, mehr Methode (v.a. während der Meditation), ein unterstützendes Gespräch oder eben auch etwas aus dem "psychotherapeutischen Methodenkoffer". Hier ist Focusing oftmals wie ein Vermittler, da es dabei hilfreiche sein kann, durch ein freundliches körperliches Wahrnehmen, zu bemerken oder zu entscheiden, was ein nächster stimmiger Schritt, was jetzt im Moment als Heilsames zur Anwendung kommen könnte.
Meditation ist kein Ego-Tripp, sondern ein Weg zu mehr Mitgefühl und Verbundenheit
Der Begründer des MBSR, Jon Kabat-Zinn, schreibt in seinem Buch: "Meditation ist nicht, was Sie denken" folgende Zeilen, mit denen ich unterstreichen möchte, dass wenn wir meditieren, dies nicht nur für uns, sondern für unser gesamte Umgebung Heilsames in die Welt bringen kann. Dazu meint er: Achtsamkeitspraxis ist kein Luxus oder nicht nur eine Modeerscheinung, sondern wird in dem wachsenden Verständnis kultiviert, dass diese Qualität eine absolute Notwendigkeit ist, um das Leben in aller Fülle und mit Integrität zu leben. Man könnte auch sagen, um es auf ethische Weise zu leben, angesichts der sich deutlich abzeichnenden Herausforderungen, mit denen wir alle jeden Tag konfrontiert sind, sowie auch angesichts der ebenfalls enormen und faszinierenden Gelegenheiten und Möglichkeiten, die uns in dieser Zeit offenstehen.
Eine kontinuierliche Praxis, also Meditation, auch Achtsamkeit im Alltag, wird uns hilfreich sein, Zugang zu unserer inneren Weite und unserem offenen Herzen zu finden. Hier entdecken wir auch reines, liebevolles Gewahrsein und können mehr und mehr aus diesem heraus leben - zum Wohle von uns und zum Wohle aller Wesen.
Herzlichst
Oliver Kreim
Paar- und Einzeltherapie
(Therapie / Coaching / Beratung /Supervision)
Focusing-Koordinator für Deutschland
Gesprächs- und Focusingtherapeut (igf),
Certified Focusing Professional (CFP)
(Trainer und Therapeut)
Heilpraktiker
Institut für Gesprächs- und Focusingtherapie (igf)
Praxis für Focusing
Waldstraße 11
16567 Mühlenbeck
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